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«Wir konkurrieren nicht, sondern arbeiten miteinander.» – Janick Duforêt im Interview

Janick Duforêt arbeitet bei der Stucki Küchen AG in Rüfenacht und bei der Müller Küchen AG in Spiez im Verkauf und in der Planung. Wie er die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen empfindet, verrät er im Interview.

 

Herr Duforêt, die Corona-Krise hat die Schweizer Wirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Wie sehr leiden die Unternehmen Stucki und Müller unter den verordneten Massnahmen des Bundes?
Natürlich verzeichneten auch wir einen Auftragseinbruch. Aber als Schreinerei- und Küchenbau-Unternehmen konnten wir glücklicherweise weiterarbeiten. Auch ich war immer im Geschäft und führte auch Beratungen durch. Natürlich nur auf telefonische Voranmeldung und mit der Einhaltung des nötigen Sicherheitsabstandes. Meine Tagesstruktur ist in diesen turbulenten Zeiten weitgehend gleichgeblieben.

 

Seit dem 1. Juli 2017 arbeiten Sie zur Hälfte bei Müller in Spiez zur anderen Hälfte bei Stucki in Rüfenacht. Wie schaffen Sie diesen Spagat zwischen zwei Firmen?
Ich bin neu zu 100 Prozent bei Stucki angestellt, arbeite aber von Mittwoch bis Freitag bei Müller in Spiez. Ich mache an beiden Orten dieselbe Arbeit, mir gefällt es in Rüfenacht und in Spiez.

 

Wie wurden Sie als Mitarbeiter von Müller bei Stucki aufgenommen?
Am Anfang sind viele neue Sachen auf mich zugekommen. Das Kundensegment im Raum Emmental/Bern unterscheidet sich zum Beispiel deutlich von dem im Oberland. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen. Das Stucki-Team hat mich sehr herzlich aufgenommen. Wenn es Schwierigkeiten gab, hat man mir geholfen. Und nach dem Feierabend wurde ich von Anfang an zum «Fürabe-Bier» eingeladen. Nach einer Woche bei Stucki fühlte ich mich bereits so, als hätte ich schon Jahre hier gearbeitet. Das schätze ich sehr.

 

Wie würden Sie den Stucki-Spirit charakterisieren?
Er steht für einen extremen Teamzusammenhalt. Man hilft einander und ist füreinander da. Die Kommunikation steht immer und überall im Zentrum. Vom Verkaufsbüro über die Schreinerei bis hin zur Montage sind alle miteinander vernetzt.

 

Sie haben nun zwei Unternehmensphilosophien kennengelernt: Wo gibt es Unterschiede zwischen Stucki und Müller?
Der grösste Unterschied ist wohl, dass Stucki von der Firmenstruktur etwas grösser ist als Müller. Von der Philosophie her unterscheiden sich die beiden Firmen jedoch kaum. Das ist wohl auch der Grund, weshalb die Zusammenarbeit so reibungslos verläuft.

 

Konnten Sie die gesammelten Erfahrungen bei Müller bereits einbringen?
Bei Müller habe ich zuerst an der Maschine gearbeitet und dann noch eine Weiterbildung im Verkauf sowie in der Planung gemacht. Als ich bei Stucki anfing, war ich also neu im Verkauf. Das führte dazu, dass ich in Sachen Gesprächsführung und Verkaufstechniken extrem viel lernen konnte. Man stand mir immer wieder mit nützlichen Tipps zur Seite, und ich wurde sehr gut geschult. Auf diesen wertvollen Erfahrungsschatz kann ich bei meinen Kundengesprächen in Spiez immer wieder zurückgreifen.

 

Worin liegen die Vorteile der Zusammenarbeit von Stucki und Müller?
Dank der Zusammenarbeit unter einem Dach können wir ein grosses Gebiet abdecken. Mit Stucki in Rüfenacht erreichen wir die Kundschaft in der Region Bern, im Seeland und im Emmental, und mit Müller in Spiez sprechen wir die Kunden im Oberland an. Das hat den Vorteil, dass wir nicht konkurrieren, sondern miteinander arbeiten. Eine Stärke in der Zusammenarbeit ist sicherlich die gute Kommunikation. Dabei hilft sicher auch, dass ich mich mehrmals pro Woche von Ort zu Ort bewege. So weiss ich immer, was an beiden Standorten gerade läuft und kann dort aushelfen, wo man mich braucht.

 

Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Eine Herausforderung ist bestimmt die Vereinheitlichung des Online-Auftrittes der beiden Unternehmen. Meine E-Mail-Adresse lautete beispielsweise «janick-duforet@stucki-kuechen.ch». Wenn ich dann Kunden in Spiez betreute und ihnen meine E-Mail-Adresse nannte, kam manchmal Verwirrung auf. Aber mit dem gemeinsamen Internet-Auftritt konnte das bereinigt werden.

 

Als Folge der Zusammenarbeit der beiden Firmen wurde die Produktion in Rüfenacht zentralisiert. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?
Die Zentralisierung der Produktion in Rüfenacht hat mehrheitlich positive Auswirkungen. Als grössere Firma war Stucki produktionstechnisch besser ausgerüstet als Müller. Wenn man nur einen Produktionsort hat, gestaltet sich die Koordination der Arbeitsabläufe einfacher.

 

Was hat sich für das Team in Spiez konkret geändert?
Die gesamte Auftragsabwicklung. Die Softwareprogramme, die Stucki Küchen nutzt, unterschieden sich von denen, die wir von Müller her kannten. Den Umgang mit diesen mussten wir in Spiez neu lernen.

 

Welche neuen Perspektiven haben sich für Müller im Verkauf eröffnet?
Die im April 2019 eröffnete Ausstellung in Spiez hat sich sehr positiv auf den Verkauf ausgewirkt. Sie ist zentral gelegen und zieht mit den neuen Räumen auch Laufkundschaft an. Die Ausstellung eröffnet uns ganz klar mehr Möglichkeiten, um unsere Produkte zu verkaufen. Am Anfang war es zwar etwas schwierig. Wir mussten uns am neuen Standort zuerst etablieren. Nach ungefähr sechs Monaten zeigte die Mund-zu-Mund-Propaganda dann Wirkung und wir konnten eine deutlich höhere Frequenz verzeichnen.

Sie wollen mehr über die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen erfahren? Hier geht’s zu unseren vereinten Kompetenzen.

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